Rückblick auf die Reise
01/10/05 19:56

Selbst zu prüfen, ob die viel zitierte Leere der Wüste tatsächlich existiert – das war wohl der wichtigste Anfangsimpuls für die Studentinnen und Studenten, in die Sahara zu fahren.
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Gemeinsam zu reisen und sich gemeinsam einen Ort anzueignen, der hochgradig sensibilisierend und inspirierend ist, scheint mir der zweite wichtige Faktor gewesen zu sein. Während der Reise kam ein drittes Element hinzu: die Möglichkeit, sich je nach subjektivem Bedürfnis im künstlerischen Schöpfungsprozess auszutauschen oder abzuschotten, das Maß an innerer und äußerer Freiheit selbst zu wählen – eine Entscheidung, die in den Routinen täglichen Lebens nicht so leicht herzustellen ist.
Wie wichtig es im künstlerischen Schaffen ist, stets für Veränderungen offen zu bleiben, um nicht schon im Vorhinein zu definieren, wohin ein Weg führt, bzw. sich keine Möglichkeiten des Ausdrucks zu verstellen, erlebten die Studentinnen und Studenten in der Wüste hautnah. Die freie Wahl von Ort, Art und Form der künstlerischen Betätigung begünstigte oder behinderte nämlich die subjektiven, emotionalen und intellektuellen Schöpfungsprozesse – bis hin zu dem Moment, den Peter Sloterdijk meint, wenn er sagt "Für Minimalismus und sparsam radikale Komplexität bieten Wüsten (…) vielschichtige Projektionsflächen, selbst wenn sich das Weiterdenken vom Landschaftseindruck völlig loslöst.“ Niemanden hat diese Reise kalt gelassen – und auch für mich, der ich sie als wüstenerfahrener Künstler und Gruppenverantwortlicher begleitete, war sie eine Gratwanderung zwischen Eigensinn und Gemeinschaftserleben, der Vermittlung von Erfahrungen und der Förderung von Selbständigkeit.
Die entstandenen Land Art-Werke decken eine große Bandbreite künstlerischen Ausdrucks ab, und sie grenzen zum Teil an eine fast schon existenzielle Auseinandersetzung mit dem Vorgefundenen, sodass mir scheint, letztlich hat jeder – ob gemeinsam mit anderen oder ganz für sich allein - den idealen inneren Moment gefunden, um seinem subjektiven Erleben künstlerisch Ausdruck zu verleihen. Damit wurde bei den Studentinnen und Studenten auch die Kompetenz geschult zu erkennen wie Kunst - gegebenenfalls in Verbindung mit anderer Kunst – entsteht und wie sie sich permanent verändert.
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AUSSTELLUNGEN
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Während und nach der Reise entstandenen vielfältige künstlerische Arbeiten - von Zeichnungen und Druckgrafiken bis zu textilen Objekten. Diese Kunstwerke sowie eine ausführliche fotografische und filmische Dokumentation der in der Wüste realisierten „Land-Art“-Projekte werden Gegenstand einer eigenen Ausstellung sein.

Im Rahmen dieser Ausstellung findet die Premierenvorstellung des vom a1plus-Filmteam für das ZDF produzierten Films „Spuren im Sand“ statt. Er zeigt eindrucksvolle Aufnahmen unserer „Land-Art“-Projekte und ihrer Entstehung im Kontext zu den Wüstengebieten Tunesiens und bietet einen außergewöhnlichen Blick auf das Land und seine Menschen.

Die zur Unterstützung unseres Projekts ausgegebenen Kunst-Gutscheine können weiterhin bei allen TeilnehmerInnen erworben und direkt bei der Ausstellung eingelöst werden. Wir danken allen bisherigen UnterstützerInnen und hoffen auf viele weitere Käuferinnen und Käufer von Kunst-Gutscheinen und Kunstwerken vor Ort.

Wir bedanken uns bei pba-immobilien | www.pbe-immobilien.at | für die Möglichkeit, die Ausstellung im „backstein2“ - einer ehemaligen Fabrikshalle der Firma Krauseco - zeigen zu können. Die schlichte Funktionalität des Baus wird der Reduktion der in der Wüste entstandenen Kunstwerke einzigartig gerecht.


AUSSTELLUNG WIEN
Eröffnung war: 24. November 2005
Ort: „backstein2“, 1020 Wien, Engerthstraße 151

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AUSSTELLUNG INNSBRUCK
Eröffnung war am: 9.Feb 2006
'Sieben-Kapellen Areal' Zeughausgasse, Innsbruck



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